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Essstörungen – eine Zeiterscheinung?

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Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Oftmals wird das gestörte Essverhalten als Bewältigung anderer Konflikte im persönlichen, beruflichen oder sozialen Umfeld eingesetzt. Viel-Essen oder Hungern führt zunächst zur schnellen Spannungsreduktion verknüpft mit dem Erleben von Sicherheit oder Eigenständigkeit. Bedingt durch die kurzfristige Befriedigung wiederholen die Betroffenen diese Verhaltensweisen im Umgang mit Essen. Dadurch bekommt die Essstörung eine Eigendynamik. Die Betroffenen verlieren die Kontrolle, was den Ausstieg schwierig macht. Daher bedarf es meistens therapeutischer Hilfe. Das heutige Idealbild vom schlanken Körper setzt viele Menschen unter Druck. Die mitunter gesundheitsschädigenden Versuche, diesem Idealbild zu entsprechen, fördern die Entstehung von Essstörungen. Selbstwertprobleme, Traumata und Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen (Ärger, Angst, Traurigkeit, Schuldgefühle) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Essstörung zu erkranken.

  Bild von Marion Korell
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mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin: Marion Korell, 1992

Literaturempfehlung: „Essstörungen“
(Herausgeber: Bundesfachverband Essstörung, Compact Verlag, 2008)
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